Das Marienhospital Euskirchen

Dienstag, 26.11.2013

18:00 Uhr

Vortrag im Casino, Kaplan-Kellermann-Str. 1, 53879 Euskirchen

Eintritt frei

Am 4. Juli 2013 konnte die Stiftung Marien-Hospital Euskirchen ihr 150-jähriges Bestehen feiern. An diesem Tag erhielt die Stiftung des Dechanten Jacob Vogt durch Erlass des preußischen Königs ihre Korporationsrechte. Damit konnte die Fortexistenz des von ihm begründeten kleinen Hospitals am Mühlenbach dauerhaft gesichert werden. Erst mit dieser Stiftungssatzung erhielt das Haus überdies den Namen, unter dem man es bis heute kennt. Seit Jahren hatte Dechant Vogt die mit der Industrialisierung der Kreisstadt wachsende Zahl von "Bedürftigen, Alten, Siechen und Schwachen" der unteren Bevölkerungsschicht bedrückt. Diese Menschen blieben nahezu durchgängig ihrem Schicksal überlassen. Für die Pflege der Kranken und Armen hatte Dechant Vogt Schwestern der von Franziska Schervier 1845 in Aachen begründeten Genossenschaft der "Armen Schwestern vom hl. Franziskus" gewonnen. Der Pflegeorden hatte damals die Armen- und Krankenpflege an vielen sozialen Brennpunkten im Rheinland übernommen. Die charismatische Ordensgründerin und der engagierte Euskirchener Dechant gelten deshalb als typische Vertreter des "sozialen Katholizismus" im Rheinland. Sie suchten die oftmals bedrückenden Auswirkungen der Industrialisierung zu mildern. Dabei pochten sie auf die Unabhängikeit des kirchlichen Engagements und die Eigenständigkeit freier Wohlfahrtspflege. Durch Gründung der Stiftung Marien-Hosepital im Jahre 1863 wurde die Einrichtung ertüchtigt, dauerhaft in Euskirchen caritativ wirken zu können. Die Arbeit der Stiftung bildet damit ein wesentliches Kapitel der Euskirchener Sozialgeschichte, ein Kapitel, das aber bis heute fortgeschrieben wird.

Referent: Hans-Gerd Dick





Dienstag, 19. November 2013